Fenstertausch

Manchmal denkt man sich: „Ich glaub‘, ich seh‘ nicht recht“. Dann wird es Zeit, die Fenster zu reinigen.

… oder zu tauschen!

Der Tausch von alten Fenstern rentiert sich jedenfalls. Alte Holzkastenfenster haben einen U-Wert (Wärmedämmwert) von ca. 2,50-3,00 W/m²K. Das heißt, durch das Fenster verliert man 2,50-3,00 Watt pro Quadratmeter Fensterfläche und pro Grad Wärmeunterschied zwischen Innen und Außen. ‚K‘ steht für Kelvin und hat die gleiche Skalierung wie die Celsius-Skala.

Ein modernes Standardfenster weist einen Wert von ca. 1,30 W/m²K auf, Niedrigenergiefenster oder Passivhausfenster erreichen bereits Werte von über 0,60-1,00 W/m²K. Dabei gilt es aber, auf manche Details  zu achten. Beispielsweise ist die Einbauart von Bedeutung. Die Angaben beziehen sich immer auf einen vertikalen Einbau – auch bei Dachflächenfenstern. Diese ‚verlieren‘ aber bei einer schrägen oder horizontalen Lage an Wärmedämmung, da die für die Dämmung wichtige Gasfüllung zwischen den Scheiben rascher zirkuliert und somit ein Wärmeaustausch stattfindet. Weiters erhöhen eingearbeitete Designelemente, wie beispielsweise Sprossen, die Wärmeleitfähigkeit, was zu einer Reduktion der Wärmedämmung führt. Achten Sie auch darauf, die nötige Qualität zu kaufen. Billigfenster kommen meistens aus dem Ausland. Diese haben eine weite Reise hinter sich. Wie wir Menschen werden Fenster dabei auch ‚müde‘ – zwar nicht wegen der Reisezeit, sondern wegen der bei der Fahrt verursachten Druckunterschiede. Wird das Fenster beispielsweise über Höhenunterschiede transportiert, so verursacht der Luftdruck, dass das Gas teilweise aus den Zwischenräumen gedrückt wird und der gute U-Wert dabei vernichtet wird. Billigstfenster sparen weiters bei den verbauten Elementen. So wurden manche Getriebe im Fenster aus Kunststoff aus – bei viel Glück halten diese 5 Jahre – Tausch dieser Teile de facto unmöglich.

Betrachtet man das gesamte Bauelement, also die Wandkonstruktion im Altbau (Innenputz, dicke Ziegelwand, Außenputz) mit den Fensteröffnungen, erreicht man mit neuen Fenstern eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz – die Natur UND Ihre Brieftasche danken es Ihnen.

Bei einem Fensteranteil von ca. 25% in der Außenwand und 5 Fenster ersparen Sie sich pro Jahr über €100,-. Sie erreichen damit eine Rendite von 3%-6% – da kann ein Sparbuch nicht wirklich mithalten und der Wohnkomfort wird ebenfalls gesteigert.

Jetzt gilt es nur noch, die Fenster auch richtig einzubauen, um die tollen Werte auch tatsächlich ausnutzen zu können. Dafür gibt es eine eigene ÖNorm, die B5320. Vermieden werden soll dabei, dass sich Kondensat in der Bauteilfuge, also zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk, bildet. Das passiert zum einen, wenn Wasserdampf von Innen in die Fuge eindringt (keine diffusionsdichte Fuge Innen), und zu anderen, wenn Wasserdampf nicht mehr austreten kann (keine diffusionsoffene Fuge Außen).

Also, gleich einmal die Fenster tauschen und sparen – aber nutzen Sie das Know-How vom Fensterprofi.

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